
Mafiafilme haben seit jeher eine besondere Faszination auf das Publikum ausgeübt. Ob Der Pate, Goodfellas oder Casino – das Genre lebt von charismatischen Gangstern, tödlichen Machtkämpfen und einer düsteren Atmosphäre. The Alto Knights reiht sich in diese Tradition ein und erzählt die wahre Geschichte zweier mächtiger Mafia-Bosse, deren Freundschaft in einem brutalen Kampf um die Vorherrschaft in New York endet. Mit Robert De Niro in einer Doppelrolle und Barry Levinson auf dem Regiestuhl bringt der Film einige große Namen mit. Doch kann er den hohen Erwartungen gerecht werden?

Handlung und Charakterentwicklung
Die Handlung konzentriert sich auf die komplexe Dynamik zwischen Frank Costello und Vito Genovese, die von enger Freundschaft zu tödlicher Feindschaft führt. Eifersucht und Verrat treiben einen Keil zwischen die Beiden, was zu einem blutigen Konflikt führt, der nicht nur die Mafia, sondern auch Amerika nachhaltig beeinflusst. Der Film beginnt mit ihrer gemeinsamen Jugend und zeigt ihren Aufstieg in der kriminellen Unterwelt, wobei persönliche und berufliche Konflikte ihre Beziehung belasten.
Robert De Niro übernimmt die anspruchsvolle Aufgabe, beide Hauptfiguren darzustellen. Seine Darstellung von Frank Costello ist zurückhaltend und strategisch, während er Vito Genovese als impulsiv und machthungrig porträtiert. Trotz seines Alters von 81 Jahren gelingt es De Niro, beiden Charakteren Tiefe und Nuancen zu verleihen, auch wenn die Doppelbesetzung gelegentlich zu Verwirrung führen kann.
Inszenierung und filmische Umsetzung
Barry Levinson, bekannt für Filme wie Rain Man, bringt seine Erfahrung in die Regie von The Alto Knights ein. Das Drehbuch stammt von Nicholas Pileggi, der bereits an Klassikern wie Goodfellas mitgewirkt hat. Die filmische Umsetzung versucht, an die Tradition großer Mafiafilme anzuknüpfen, wobei die Atmosphäre des New Yorks der 1950er Jahre authentisch eingefangen wird. Die Kostüme und das Produktionsdesign tragen dazu bei, die Epoche lebendig werden zu lassen.

Dennoch weist der Film strukturelle Schwächen auf. Einige Kritiker bemängeln ein ungleichmäßiges Tempo und eine fragmentierte Erzählweise, die es dem Zuschauer erschweren, eine tiefere Verbindung zu den Charakteren aufzubauen. Einige Szenen wirken gehetzt, während andere sich in die Länge ziehen, was den Gesamteindruck beeinträchtigt.
Vergleich mit Genre-Klassikern
Es ist unvermeidlich, The Alto Knights mit Genre-Klassikern wie Der Pate oder Goodfellas zu vergleichen. Während der Film versucht, in diese Fußstapfen zu treten, erreicht er nicht ganz die Tiefe und Intensität seiner Vorgänger. Einige Kritiker heben hervor, dass trotz der beeindruckenden Besetzung und des erfahrenen Produktionsteams die Magie fehlt, die diese Klassiker auszeichnet.
Ein Höhepunkt des Films ist eine Szene, in der ein Treffen der Mafia-Bosse dramatisch eskaliert. Diese Sequenz zeigt das Potenzial des Films, intensive Momente zu schaffen, bleibt jedoch eine Ausnahme in einer ansonsten durchschnittlichen Erzählung.

Fazit
The Alto Knights bietet einen interessanten Einblick in die Welt der Mafia der 1950er Jahre und profitiert von Robert De Niros Doppelrolle, die sowohl mutig als auch herausfordernd ist. Trotz der beeindruckenden schauspielerischen Leistung und der authentischen Darstellung der Epoche kämpft der Film mit erzählerischen Schwächen und erreicht nicht die Intensität und Tiefe von Genre-Klassikern. Für Fans von Mafiafilmen und Robert De Niro ist der Film dennoch sehenswert, auch wenn er hinter den hohen Erwartungen zurückbleibt.
Weitere Kritiken findet ihr natürlich ebenfalls und ich hoffe, ihr findet etwas passendes für euch.